VW schnappt sich Profi von Apple

Experten abgeworben

VW schnappt sich Profi von Apple

Deutscher Autokonzern stellt sich auf die neue IT-Konkurrenz ein.

Abgas-Skandal hin, Abgas-Skandal her - bei Volkswagen müssen das Hauptgeschäft am Laufen bleiben und Weichen für die Zukunft gestellt werden. Deshalb gibt der Autobauer der Digitalisierung nun auch im Management stärkeres Gewicht und wirbt einen Experten beim IT-Konzern Apple ab. Johann Jungwirth sei mit Wirkung zum 1. November zum Leiter des neugeschaffenen Bereichs Digitalisierungsstrategie berufen worden, teilte der Wolfsburger Autobauer mit. Der 42-Jährige berichte direkt an Konzernchef Matthias Müller .

Neue Konkurrenten
Mit der Berufung signalisiert der durch den Abgasskandal schwer angeschlagene Konzern nach Meinung von Experten, dass er seine Zukunft nicht aus den Augen verlieren will. "Das ist erst der Beginn", sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive in Bergisch Gladbach. "Ein Weiteres wird sein, dass sich VW auch organisatorisch auf die neuen Wettbewerber Apple, Google und Alibaba einstellt", fügte er hinzu.

© Volkswagen

Johann Jungwirth wechselt von Apple zu VW.

Autogrößen vs. IT-Riesen
Die traditionellen Autobauer wie VW, Daimler und BMW stehen unter massivem Druck, weil sich IT-Konzerne aus den USA und China warmlaufen, um der Branche mit selbstfahrenden Wagen das fürchten zu lehren. Experten halten es für wahrscheinlich, dass zumindest Google in absehbarer Zeit ein Auto in großer Stückzahl auf den Markt bringen könnte. Auch von Apple werden, wie berichtet , Pläne für ein Elektroauto erwartet.

Arbeitete vor Apple bei Mercedes
Jungwirth arbeitete seit 2014 in der Entwicklung der Mac-Computersysteme und in der Special Projects Group von Apple am Unternehmenssitz in Cupertino - mit Verantwortung unter anderem für Innovation in Technik und Design sowie in der Produktentwicklung. Davor war der Vater von zwei Kindern bei Mercedes in den USA tätig, wo er unter anderem die Entwicklung und Forschung von Roboterautos und Telematikdiensten steuerte.

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