Wunder-Lack: Nie wieder Kratzer am Auto

Sensationelle Innovation

Wunder-Lack: Nie wieder Kratzer am Auto

Forscher haben nun einen extrem kratzfesten Verbundstoff erzeugt.

Nie wieder Sorgen wegen Kratzern am Auto: Diesem Traum vieler Fahrzeugbesitzer kommen Materialwissenschaftler der ETH Zürich mit einem neuen Verfahren einen Schritt näher. Einmal mehr nahmen sich die Forscher dabei die Natur zum Vorbild: Zahnschmelz ist das härteste Gewebe des menschlichen Körpers und extrem widerstandsfähig gegenüber Abnutzung. Diese außergewöhnliche Härte, ohne dabei spröde zu sein, erreicht der Schmelz durch seinen Aufbau aus extrem harten Kristallfasern, umhüllt mit weichen, eiweißreichen Schichten.

Eine Hülle nach diesem Vorbild aus abwechselnd harten und weichen Elementen wäre für die Industrie extrem interessant für alles, was vor Abnutzung geschützt werden muss. Ein Forscherteam um Andre Studart von der bekannten Schweizer Hochschule arbeitet daher an Verfahren, um solche Verbundstoffe herzustellen. Nun ist ihnen eine bisher unerreichte Kontrolle über die Anordnung der Elemente gelungen.

Finales Produkt ist ein extrem robuster Verbundstoff
Wie die Forschenden im Fachjournal "PNAS" berichten, kombinierten sie Magnetfelder mit elektrischen Feldern, um weichen Kunststoff und harte Aluminiumoxid-Plättchen zu einem extrem robusten Verbundstoff zusammenzufügen. Auf diese Weise konnten sie Position und Orientierung der einzelnen Partikel viel besser kontrollieren als dies mit bisherigen Verfahren möglich war.

"Wir imitieren, was die Natur macht, und können so die mechanischen Eigenschaften eines solchen Verbundstoffs extrem verbessern", erklärte Studienautor Ahmet Demirörs. Das so erzeugte Material sei dreimal widerstandsfähiger gegenüber Abnutzung als mit herkömmlichen Methoden hergestelltes.

Kratzresistent
So ließe sich ein robuster Belag zum Beispiel für die Autoindustrie herstellen, der leicht, dünn, kostengünstig und extrem widerstandsfähig sei, so Demirörs. Je nachdem, zu welchen Anteilen die weichen Kunststoffpartikel und die harten Aluminiumoxid-Plättchen gemischt werden, kann der Stoff flexibler oder härter werden. Je härter, desto resistenter. "Da Kratzer hinein zu bekommen wäre nicht einfach", sagte der Materialforscher.

Wann das neue Wunder-Material zu erschwinglichen Preisen hergestellt werden kann, haben die Forscher (noch) nicht verraten. Dennoch dürfen sich Autofahrer über den Durchbruch freuen.