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Mobilität

Zukunft der Mobilität: Das Auto als „Device on wheels“?

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Seit seiner Erfindung im späten 19. Jahrhundert hat sich das Auto zu einem hochmodernen Konstrukt entwickelt. 

Doch das Ende der Evolution des PKW ist längst nicht erreicht. In der Zukunft warten neue Herausforderungen und faszinierende Funktionen auf Autofahrer. Diese sind einerseits Vernetzung, Antriebsart und andererseits auch Automatisierung sowie Personalisierung. Dieser Artikel zeigt die einzelnen Punkte sowie ihre Herausforderung auf und geht darauf ein, was Hersteller teilweise schon bieten.

© Samuele Errico Piccarini on Unsplash
Schwarzes Fahrzeug vor schwarzem Hintergrund

Schwarzes Fahrzeug vor schwarzem Hintergrund

× Schwarzes Fahrzeug vor schwarzem Hintergrund

Digitale Ausstattung im Cockpit: Was kann das Auto der Zukunft?

Schon heute sind Autos mehr als nur eine Kombination aus Karosserie, Motor und Fahrwerk. Die Komplexität der bereits seit vielen Jahren in den Wagen verbauten Elektronik steigert sich inzwischen von Modell zu Modell. Wie der Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Dr. Stefan Hartung, sagt: „Bereits in heutigen Autos stecken rund 100 Millionen Zeilen Software-Code.“ (Quelle: https://www.bosch-mobility-solutions.com/de/mobility-themen/iot-device-auf-raedern/)

Dabei ist es zu erwarten, dass sich PKW in Zukunft noch weiter entwickeln und über immer leistungsstärkere Zentralrechner verfügen werden. Diese ersetzen die bislang üblichen, kleinen Steuergeräte zusehends. Schon jetzt kann ein modern ausgestatteter PKW zahlreiche Multimedia-Funktionen bieten. Er kann Musik und Podcasts abspielen, hat Zugang zum Internet, verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone des Fahrers und sorgt mit Beleuchtungs- sowie Beduftungseffekten für ein angenehmes Fahrgefühl.

Die Website der VW-Group verrät mit Ausführungen über die kommenden „We“ services noch etwas mehr über das, was die Zukunft bereithält. Zu den Funktionen gehören unter anderem

● automatisiertes Einparken und Laden der Batterie,
● Multimedia-Streaming
● und“ Over-the-air Updates“.

© why kei on Unsplash
Autobordcomputer
× Autobordcomputer

Auch das Bezahlen an der Tankstelle könnte in Zukunft als vollautomatischer Prozess ablaufen. Abgesehen hiervon ist es denkbar, dass Fahrer vom PKW aus zahlreiche Aufgaben erledigen können. Ob seriöse Sportwetten mit Paypal, das Buchen von Hotelzimmern oder Tischen im Restaurant oder Terminvereinbarungen beim Arzt: Der digitale Zugang dürfte mit dem Fortschreiten von Web 4.0 immer deutlicher mit dem Fahrerlebnis verschmelzen.

Vernetzung: Das Auto als Teil des Internets

Das Auto der Zukunft wird mehr denn je mit der Außenwelt verknüpft sein. Dies ist in vielerlei Hinsicht spannend und kann große Vorteile mit sich bringen. Das Bezahlen an der Tankstelle als Ergebnis einer Vernetzung ist ein gutes Beispiel. Zusätzlich könnten viele weitere Funktionen für einen deutlichen Komfortgewinn sorgen und tun dies bereits. So unter anderem auch

● Echtzeitkommunikation mit der Werkstatt,
● die Kommunikation mit Fahrzeugen in der Nähe,
● und die Erfassung der Infrastruktur wie z.B. Ampeln oder Fahrspuren.

Je stärker ein PKW mit seinem Umfeld vernetzt ist, desto umfangreicher muss auch das Sicherheitskonzept ausfallen. Cybersecurity nennen Experten dieses wichtige Feld, das Fahrzeuge vor unliebsamen Attacken schützen soll.

Schon jetzt gibt es Unternehmen, die Systeme entwickeln, welche die Sicherheit eines Autos über mehrere Ebenen hinweg gewährleisten und zusätzlich flexibel bleiben. Wie auch beim heimischen PC ist es im PKW wichtig, dass sich Sicherheitssysteme an aktuelle Informationen anpassen. Eine einmalig implementierte Version genügt folglich nicht, regelmäßige Updates müssen her, um ein Auto während seiner gesamten Lebensdauer schützen zu können.

Autonomes Fahren: Sicherheitsgefühl trotz Kontrollverlust?

Das autonome Fahren ist eine absolute Zukunftstechnologie, aktuell jedoch gibt es noch kein Modell am Markt, das den Menschen als Passagier ohne eigenes Zutun transportiert. Der Weg zum autonomen Fahren besteht aus fünf Stufen, welche in einem Faktencheck von ASFiNAG sehr detailliert erläutert werden:

Auf Stufe Null wird das Fahrzeug vollständig vom Fahrer bedient und gesteuert. Bereits bei Stufe drei fährt ein PKW weitestgehend eigenständig, der Mensch muss jedoch in Gefahrensituationen eingreifen. Stufe fünf ist erreicht, wenn ein Fahrzeug alle denkbaren Situationen ohne seinen Fahrer bewältigen kann. Gegebenenfalls ist es dann nicht einmal mehr nötig, ein Lenkrad oder ähnliche Elemente wie Gas- und Bremspedale zu verbauen.

Damit autonomes Fahren gelingt, muss ein PKW mit einer äußerst umfangreichen und präzise funktionierenden Technik ausgestattet werden. Es braucht Sensoren, die die Umgebung analysieren, die Infrastruktur im Blick behalten und andere Verkehrsteilnehmer erfassen. Auch muss das Fahrzeug dazu in der Lage sein, Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, auf Witterungsverhältnisse zu reagieren und in Gefahrensituationen blitzschnell zu reagieren. In der Zukunft wird dies sicherlich einmal möglich sein. Wann es soweit ist, steht jedoch in den Sternen.

Elektroantrieb: Verlust des ursprünglichen Gefühls?

Auch der Elektroantrieb gehört zu jenen Entwicklungen, welche die Zukunft des Autos maßgeblich beeinflussen dürften. Noch spaltet die Abkehr vom klassischen Verbrenner die Menschen und Pläne wie jene von VW, ab 2035 nur noch Elektroautos zu verkaufen, stoßen auf Stirnrunzeln.

In der Tat gibt es noch einige Dinge zu beachten, bevor Elektroantriebe den Verbrennungsmotor gänzlich ersetzen können. So ist die Ausstattung eines rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugs mit umfangreicher Multimediaausstattung bisher ein teures Unterfangen. Es könnte also sein, dass Elektromobilität mit Komfortfaktor zunächst eine Frage der Leistbarkeit sein wird.

Vielen Menschen missfällt zudem der bislang fehlende Sound von Elektroautos. Wer das Röhren eines Motors liebt, wird sich mit leisem Summen nicht anfreunden können. Ein Beschluss legt nun fest, dass auch elektrisch angetriebene Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen in Zukunft deutlich hörbar sein müssen.

Gelingt es den Herstellern, Motorensound authentisch zu imitieren, könnte dieses Problem schnell aus der Welt zu schaffen sein. In diesem Fall bleibt bei einigen der aktuellen Modelle noch die begrenzte Reichweite in Kombination mit der nicht überall guten Verfügbarkeit von Ladestationen ein Manko. Sollte die Elektromobilität jedoch in der Zukunft zur dominanten Technologie werden, dürfte sich das bessern.
  

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